Was ist Zervixschleim und warum solltest Du ihn beobachten?
Zervixschleim ist eine Substanz, die im Gebärmutterhals gebildet wird und durch die Vagina ausgeschieden wird. Er wird auch als Zervixflüssigkeit oder Ausfluss bezeichnet. Die Menge und Konsistenz des Zervixschleims verändern sich im Verlauf des Menstruationszyklus und stehen in engem Zusammenhang mit der Fruchtbarkeit.
Mit der Natural Cycles App kannst Du Deinen Zervixschleim ganz einfach verfolgen.
Berücksichtigt der Algorithmus von Natural Cycles den Zervixschleim?
Nein. Auch wenn Zervixschleim ein Fruchtbarkeitsanzeiger sein kann, berücksichtigt der Natural Cycles-Algorithmus ihn nicht bei der Berechnung deiner Fruchtbarkeit.
Der Grund dafür ist, dass es schwierig sein kann, selbst zu lernen, wie man Zervixschleim beobachtet, um die Fruchtbarkeit zu bestimmen, da jeder Körper unterschiedlich ist. Am besten lernst Du das mit Unterstützung einer Expertin oder eines Experten, zum Beispiel einer Ärztin, einem Arzt, einer Pflegekraft oder einer Familienplanungsberaterin. Es kann drei bis vier Monate täglicher Beobachtung dauern, bis Du durch das Tracking des Zervixschleims ein Muster für den Eisprung erkennst. Die Konsistenz und das Aussehen Deines Zervixschleims können zudem leicht durch Deinen Lebensstil beeinflusst werden, zum Beispiel durch Medikamente, Intimhygieneprodukte, Vaginalduschen, Geschlechtsverkehr, Stillen oder Gleitmittel, die beim Sex oder bei gynäkologischen Untersuchungen verwendet werden. Aus diesen Gründen – und weil die Auswertung subjektiv ist und zu Anwenderfehlern führen kann – wird Zervixschleim nicht vom NC°-Algorithmus verwendet.
Es gibt noch weitere Anzeichen, die darauf hinweisen, in welcher Phase deines Zyklus du dich befindest. Die beiden wichtigsten Indikatoren, die von Natural Cycles berücksichtigt werden, sind die Körpertemperatur und LH (Luteinisierendes Hormon). Deine Temperatur ist der Hauptindikator, um den Eisprung mit Natural Cycles zu erkennen. Mehr dazu erfährst du in diesem Artikel Welche Fruchtbarkeitsindikatoren verwendet Natural Cycles?
So protokollierst du Zervixschleim in der App
Du kannst Zervixschleim auf der Seite Daten hinzufügen eintragen. Dort kannst Du die Menge (Keine, Wenig, Mittel oder Viel) und die Konsistenz (Klebrig, Cremig, Eiweißartig oder Wässrig) auswählen.
Der Bereich für Zervixschleim auf der Daten hinzufügen-Seite, wenn nichts ausgewählt ist.
Der Bereich für Zervixschleim auf der Seite „Daten hinzufügen“, wenn „Mittlere Menge“ und „Klebrige Konsistenz“ ausgewählt sind.
So beobachtest Du Veränderungen des Zervixschleims und das kannst Du im Verlauf des Zyklus erwarten
Du kannst Deinen Zervixschleim überprüfen, indem Du einen sauberen Finger in Deine Vagina einführst und in Richtung Gebärmutterhals tastest oder indem Du das Toilettenpapier nach dem Abwischen von vorne nach hinten anschaust.
Direkt nach Deiner Periode hast Du in der Regel keinen Zervixschleim. Falls Du zu Beginn Deines Zyklus doch Zervixschleim bemerkst, ist es wahrscheinlich nur eine geringe Menge, da Du zu diesem Zeitpunkt sehr wahrscheinlich nicht fruchtbar bist.
Etwas später im Menstruationszyklus, während der Follikelphase, kannst Du klebrigen Zervixschleim bemerken. In dieser Phase hat der Zervixschleim meist eine leimartige Konsistenz und erscheint trüb oder weiß. Die Fruchtbarkeit ist in dieser Phase gering, da die Östrogenspiegel in der Regel hoch sind, während die Progesteronspiegel relativ niedrig bleiben.
Gegen Ende deiner Follikelphase, wenn sich dein fruchtbares Fenster nähert, kannst du cremigen Zervixschleim bemerken. In dieser späteren Phase wird der Zervixschleim cremig in der Konsistenz. Er ist außerdem trüb in der Farbe und kann reichlicher und dicker sein als in den früheren Phasen des Zyklus.
Rund um den Eisprung, also an den Tagen mit höchster Fruchtbarkeit, kannst du Zervixschleim bemerken, der spinnbar wie rohes Eiweiß oder wässrig ist. In dieser Phase ist der Zervixschleim klar und sehr dehnbar, mit einem höheren Wasseranteil. Diese Art von Zervixschleim wird manchmal als „Eiweiß-Zervixschleim“ bezeichnet. Ein noch höherer Wasseranteil kann den Zervixschleim weiter verdünnen, weshalb er manchmal auch als wässrig eingestuft wird.
Nach dem Eisprung hast du möglicherweise weniger Zervixschleim, da er wieder abnimmt, wenn das fruchtbare Fenster schließt. Das Sekret ist dann meist klebrig und enthält weniger Wasser als vor dem Eisprung. In manchen Fällen ist gar kein Zervixschleim mehr vorhanden.
Diese Informationen dienen ausschließlich zu Bildungszwecken und ersetzen nicht die Beratung durch Deine medizinische Fachkraft. Bitte wende Dich an Deine medizinische Fachkraft, wenn Du unsicher bist, wie Du Zervixschleim beobachten kannst.